Lagerverwaltung

Lagerverwaltung – Definition

Die Lagerverwaltung ist Teil der Lagerhaltung oder auch Lagerei. Dabei geht es um die Aufbewahrung von Material und Waren.
Beim Lagern entstehen Reserven bzw. Puffer an Material und Waren, um auf Schwankungen in der Produktion (und Nachfrage des Marktes reagieren zu können).
 

Historische Entwicklung der Lagerverwaltung

Früher waren es die kleineren Waren- und Materialbestände der Handwerker und Manufakturen. Spätestens seit der Industrialisierung hat das Lagerwesen an Bedeutung zugenommen. Der Grund dafür liegt auch am erhöhten Warenumsatz an einzelnen Produktionsstätten.
Mit größeren Lagerbeständen steigen aber auch die Anforderungen an eine Lagerverwaltung. Man könnte sogar sagen, dass eine eigene Lagerverwaltung erst erforderlich wurde als die Lager größer und unüberschaubarer wurden.
 

Wirtschaftliche Einordung

Eine funktionierende Lagerverwaltung hat große Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Produktionsausfälle oder ‑unterbrechungen, weil Materialien, Rohstoffe oder Halbzeuge fehlen, aber auch die hohen Kosten zu reichlicher Waren im Lager – das sind alles Dinge, die durch die Lagerverwaltung verhindert werden müssen.
 
Zu unterscheiden ist zwischen innerbetrieblicher Lagerhaltung und solcher durch Dienstleister.
Die Anforderungen an die Lagerverwaltung sind in beiden Fällen allerdings weitgehend identisch.
Bei der Lagerverwaltung steht hinter allem der geordnete Warenfluss. In der Lagerverwaltung wird gesteuert welche Waren zu- und welche abfließen. Damit die Lagerverwaltung funktioniert, muss der Warenfluss den Erfordernissen der Produktion und der Marktes angepasst sein. Das bedeutet vor dem Aufbau einer Lagerverwaltung ist der Warenfluss bestmöglich zu analysieren und dann in der Lagerverwaltung abzubilden. Was früher noch mit Journalen und Listen zu bewerkstelligen war, gelingt heute meist nur noch mit einer DV-unterstützten Lagerverwaltung.
 

Lagerverwaltung am Computer

Im Grunde genommen ist eine Lagerverwaltung nur eine Datenbank, die bei der die entsprechenden Entitäten modelliert sind.
Die angebotenen Systeme für die Lagerverwaltung unterscheiden sich teilweise beträchtlich vom Funktionsumfang und vom Komfort her.
 
Wichtig bei der Überlegung welches System beschafft werden soll, sind immer die Erfordernisse des Unternehmens an die Lagerverwaltung.
 
Im Zuge der Beschaffung sind intensive Gespräche mit den Mitarbeitern aus dem Bereich der Lagerverwaltung erforderlich, die zusammen mit den Ansprüchen der Geschäftsleitung in ein Pflichtenheft einfließen. Dieses Pflichtenheft, im Grunde eine detaillierte Aufzeichnung der Erfordernisse und Vorstellungen, die mit der Softwarelösung verknüpft sind, ist das wesentliche Instrument, um eine geeignete Lösung als Lagerverwaltung auswählen zu können.
 
Vollkommen verabschieden sollte man sich indes von dem irrigen Gedanken, dass eine beschaffte Lösung sich nach und nach den Erfordernissen anpasst. Im Klartext: was man im Vorfeld der Beschaffung nicht bedacht hat, wird sich nur mit erheblichem zeitlichen und finanziellen Aufwand nachträglich in die Lagerverwaltung einbauen lassen.
 
Beim Erstellen des Pflichtenheftes ist es notwendig auch zukünftige Aufgaben wie die vorgesehene Expansion an einen anderen Standort mit einzubringen. Die DV-gestützte Lagerverwaltung muss in einem solchen Fall in der Lage sein, die Entwicklung des Unternehmens mitmachen zu können. So ist beispielsweise zu prüfen, ob und inwieweit vernetzte Arbeitsplätze bei der Lagerverwaltung gebraucht werden.
 
Bei der Beschaffung und bei der Planung wie ein System eingeführt werden kann darf die Schulung der betroffenen Mitarbeiter nicht vernachlässigt werden. Versäumnisse an dieser Stelle rächen sich in mangelnder Effizienz der gerade eingeführten Lösung und kosten das Unternehmen dauerhaft Geld.

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